Persönlichkeiten von Inge Aicher-Scholl bis Robert Bosch

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Inge Aicher-Scholl (1917–1998)

Inge Aicher-Scholl prägte über Jahrzehnte in der Bundesrepublik die Erinnerung an die „Weiße Rose“, insbesondere an ihre 1943 hingerichteten Geschwister Hans und Sophie Scholl. „Im Geiste der Gemordeten“ gründete sie mit ihrem späteren Ehemann Otl Aicher 1946 die Ulmer Volkshochschule und 1953 die Hochschule für Gestaltung in Ulm. Sie schuf damit wegweisende Bildungseinrichtungen, die sich nach der Befreiung vom Nationalsozialismus dem Aufbau der Demokratie verpflichtet fühlten und emanzipatorische Maßstäbe setzten. Als politische Aktivistin engagierte sie sich auch in der Friedensbewegung und gegen die atomare Aufrüstung in den 1980er-Jahren.

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Hannah Arendt (1906–1975)

Hannah Arendt verstand sich weder als Philosophin noch als Politikerin, sondern als eine eigenständige Forscherin auf dem Feld der politischen Theorie. Die fortschreitende Diskriminierung gegen Menschen jüdischen Glaubens und ihre eigene zeitweilige Inhaftierung zwangen sie 1933 zur Emigration aus Deutschland. Seit Anfang der 1940er-Jahre wirkte sie als Publizistin und Gelehrte in den USA.

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Marie Baum (1874–1964)

Marie Baum stellte ihr Leben in den Dienst der sozialen Verantwortung: Sie war eine Wegbereiterin der Sozialen Arbeit und setzte sich als Vereinsfunktionärin, Schriftstellerin, Sozialpolitikerin und Dozentin für die Frauenbewegung ein. Ihr beruflicher Werdegang war der einer selbstbewussten und sozial engagierten Frau, die ihre Ideen und Ziele mit Entschlossenheit umzusetzen suchte, ohne sich von den hergebrachten Rollenvorstellungen ihrer Zeit beirren zu lassen.

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Alice Bensheimer (1864–1935)

Alice Bensheimer war über drei Jahrzehnte hinweg in der Mannheimer, badischen und reichsweiten bürgerlichen Frauenbewegung aktiv. Die langjährige Schriftführerin des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF) und journalistisch tätige Frauenrechtlerin kooperierte mit dem staatsnahen Badischen Frauenverein genauso wie mit der im Kaiserreich misstrauisch betrachteten sozialdemokratischen Frauenbewegung. Sie war überzeugt davon, dass Fraueninteressen den politischen Lagern überzuordnen seien. Weibliches Engagement in sozialen Belangen verstand sie als Schule und Wegbereiter für das Frauenstimmrecht.

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Else Berkmann (1904–2001)

Die Biographie der schon in jungen Jahren politisch aktiven Hamburgerin Else Berkmann zeugt von ihrer Überzeugung, dass Demokratie eine Lebenshaltung ist, dass demokratische Werte in allen Lebensbereichen aktiv eingefordert werden müssen und dass die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen ein notwendiger Bestandteil der Demokratie ist. Mit ihrem Einsatz in Politik und politischer Bildung wurde Else Berkmann zu einer wichtigen Wegbereiterin der Partizipation von Frauen in Baden-Württemberg.

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Willi Bleicher (1907–1981)

Als Überlebender eines Konzentrationslagers, von Israel geehrter „Gerechter der Völker“ und charismatischer Gewerkschaftsführer widmete Willi Bleicher sein Leben dem Einsatz für die Interessen der Arbeiter und dem Kampf gegen den Faschismus. In seiner Funktion als langjähriger südwestdeutscher Bezirksleiter der IG Metall avancierte er nach 1945 zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Er prägte dabei einen ebenso geradlinigen wie streitbaren Verhandlungsstil und nahm Weichenstellungen vor, die bis heute nachwirken.

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Anna Blos (1866–1933)

Anna Blos war nicht nur eine einflussreiche Politikerin, gesellschaftskritische Journalistin und angesehene Lehrerin, sondern sie engagierte sich auch als Frauenrechtlerin und Mitglied zahlreicher Vereine. Darüber hinaus veröffentlichte sie wichtige Arbeiten zur Geschichte der proletarischen Frauenbewegung. Von sozialistischen Idealen überzeugt, kritisierte sie die zeitgenössischen gesellschaftlichen Verhältnisse nachdrücklich, gehörte aber zeitlebens zum gemäßigteren Flügel der SPD. Als Führungskraft des „Württembergischen Vereins für Frauenstimmrecht“ kämpfte sie für das Frauenwahlrecht und appellierte an die Frauen, politische Verantwortung zu fordern und zu übernehmen.

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Wilhelm Blos (1849–1927)

Im Alter von siebzig Jahren wurde der Journalist, Revolutionsgeschichtsschreiber und markante Unterstützer der Frauenbewegung Wilhelm Blos im Frühjahr 1919 zum ersten demokratischen Staatspräsidenten Württembergs gewählt. Als reformorientierter Sozialdemokrat und auf Ausgleich bedachter Bündnispartner der bürgerlichen Parteien wandte er sich nicht nur gegen die radikale Linke, sondern er legte auch besonderen Wert auf eine möglichst friedliche Lösung der revolutionären Situation nach dem Ersten Weltkrieg.

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Eugen Bolz (1881–1945)

Als Gegner des NS-Regimes, langjähriger Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Minister und letzter Staatspräsident Württembergs vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten zählt Eugen Bolz zu den prägendsten Persönlichkeiten der südwestdeutschen Landespolitik zwischen den beiden Weltkriegen. Bolz trat für christlich-humanistische Werte ein und war nach dem Ersten Weltkrieg maßgeblich an der Stabilisierung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Württemberg beteiligt. Als Staatspräsident war er über die württembergischen Landesgrenzen hinaus politisch aktiv und setzte sich vor allem für die Weimarer Verfassung und für die föderale Eigenständigkeit der deutschen Länder ein.

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Robert Bosch (1861–1942)

Anders als viele andere Unternehmer tat sich Robert Bosch nicht nur durch wirtschaftliche Erfolge, sondern auch durch ein ausgeprägtes soziales Interesse, überzeugtes Engagement für Gerechtigkeit und große Wertschätzung aufrecht vertretener Meinungen hervor. Er engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und mahnte schon während der Weimarer Republik: „Wir Deutschen haben uns um Politik früher nicht gekümmert; so sind wir in den Krieg geraten und arm geworden. Lernen wir uns bescheiden und uns regieren. Lernen wir uns umstellen und die verbitternden Klassengegensätze beseitigen. Fange jeder einmal bei sich an. Kein Messias wird helfen, wenn wir uns nicht selbst helfen.“

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