Frauen am Bauhaus
Auch Frauen wurden bereits im Gründungsjahr des Bauhauses 1919 zum Studium zugelassen – im ersten Jahr waren es sogar fast so viele weibliche wie männliche Studenten. Trotz der scheinbaren Gleichberechtigung hatten Frauen mit Ressentiments innerhalb und außerhalb des Bauhauses zu kämpfen. Viele mussten in die Weberei, die schon bald als „Frauenklasse” bezeichnet wurde.
Im folgenden porträtieren wir eine Auswahl an Bauhaus-Frauen, die sich auf vielfältige Weise verdient gemacht haben. Die Biografien werden fortlaufend ergänzt.
Alma Siedhoff-Buscher (1899–1944)

Durch Kinderzimmermöbel und Spielzeug der Designerin Alma Siedhoff-Buscher fand das Bauhaus erstmals größeres Echo in der Öffentlichkeit. Die 1899 in Kreuztal bei Siegen geborene Alma Buscher verband Gestaltungsprinzipien des Bauhauses mit einer modernen Reformpädagogik. Als eine der wenigen Frauen am Bauhaus gelang es ihr, in der Holzbildhauerei zu arbeiten und ihre Entwürfe auf den Markt zu bringen. Bis heute sind Re-Editionen des „Kleinen Schiffbauspiels“ sowie - seit 1997 - der Bastelbögen „Segelboot“ und „Kran“ erhältlich.
Gunta Stölzl (1897–1983)

Gunta Stölzl prägte in besonderem Maß die Webereiklasse des Bauhauses. Als Jungmeisterin in Dessau erhielt sie als eine der wenigen Frauen am Bauhaus eine Leitungsposition. Zahlreiche Teppiche, Möbelbespannungen und weitere Gebrauchstextilien gehen auf ihre Entwürfe zurück. Die Werkstatt für Weberei erhielt unter ihrer Führung gewinnversprechende Aufträge und wurde zur wichtigsten Einnahmequelle der Reformschule.
Marianne Brandt (1893–1983)

Als Leiterin der Metallwerkstatt am Bauhaus initiierte Marianne Brandt ab 1928 gemeinsam mit Hin Bredendieck (1904–1995) die Zusammenarbeit mit produzierenden Firmen in Leipzig und Berlin. Designprodukte wie Beleuchtungskörper wurden unter ihrer Leitung für die Serienproduktion entworfen. Sie wurde vor allem durch angewandte Arbeiten wie das Tee-Extraktkännchen bekannt. Zugleich wirkte Marianne Brandt als experimentelle Fotografin, die mit gesellschaftskritischem Blick Themen wie Großstadt, Film oder Geschlechterverhältnisse thematisierte.