Bauhaus und Moderne
Das Bauhaus – kurz & knapp
1919 in Weimar gegründete Kunstschule
Das Staatliche Bauhaus – verkürzt meist nur Bauhaus genannt – ist eine 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet Kunstschule. Im Zuge des Aufbruchsgeistes der Weimarer Republik avancierte die Schule in nur 14 Jahren zum Symbol moderner Gestaltung und avantgardistischer Lebensführung. Sie wurde zum Inbegriff einer sozialen, gestalterischen und didaktischen Radikalerneuerung.
Zusammenführung von Kunst und Handwerk
Leitbild des Bauhauses war es, die Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten zu verbinden. Mit der Zusammenführung von Kunst und Handwerk stellte das Bauhaus damals etwas völlig Neues dar. Die Unterscheidung zwischen Künstler und Handwerker sollte aufgehoben werden. „ Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück!", so Walter Gropius im Bauhaus-Manifest.
Klare Formensprache
Die Bauhaus-Architektur zeichnet eine klare Formensprache aus, die sich auf das Wesentliche konzentriert und alles Überflüssige ausspart. Bezeichnend ist ein neuer, mutiger Umgang mit Materialien, Formen und Farben.
Sinnbild der Moderne
Heute gilt das Bauhaus weltweit als Heimstätte der Avantgarde und Sinnbild der Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur. Der Einfluss des Bauhauses war so bedeutend, dass umgangssprachlich der Begriff Bauhaus oft auch mit der Moderne in Architektur und Design insgesamt gleichgesetzt wird.
Mehrere Strömungen und Schulen
Kunstgeschichtlich betrachtet ist das Bauhaus jedoch nicht einfach ein Stilbegriff. Es ist auch nicht einem Architekturstil gleichzusetzen. Die Entwürfe und Arbeiten von Lehrern und Schülern am Bauhaus werden daher als Teil modernistischer Strömungen gesehen und unter Begriffen wie Funktionalismus, Klassische Moderne, Neue Sachlichkeit, Internationaler Stil oder Neues Bauen eingeordnet.
„Stuttgarter Schule"
Die Architekten der "Stuttgarter Schule" entwickelten ein vom Bauhaus abweichendes eigenes Architekturkonzept. Einer der bekanntesten Vertreter der „ersten“ Stuttgarter Schule war Paul Bonatz. Nach 1945 sprach man von der „zweiten“ Stuttgarter Schule, die von der Generation um Richard Döcker getragen wurde. Sie definierte einen individuellen Weg für eine zweite Moderne in der Zeit nach 1945.
Bauhaus-Karte
Das Bauhaus findet man nur in Berlin, Dessau oder Weimar? Weit gefehlt. Auch Baden-Württemberg ist Schauplatz für das Wirken und die Werke vieler berühmter Pioniere der Moderne und des „Neuen Bauens": Le Corbusier, Mies van der Rohe, Walter Gropius, Max Bill, Adolf Schneck und einige mehr. Die Weissenhofsiedlung in Stuttgart gilt nicht von ungefähr als ein Meilenstein der Architekturmoderne. Aber auch eine Vielzahl weiterer Bauten zeugen von den Spuren des Bauhauses sowie weiterer Strömungen wie der „Stuttgarter Schule".
Bauhaus-Akteure

Le Corbusier, Mies van der Rohe, Walter Gropius, Max Bill – Im Folgenden porträtieren wir eine Auswahl bedeutender Architekten und Künstler:innen, die ihre Spuren unter anderem auch in Baden-Württemberg hinterlassen haben.
Frauen am Bauhaus
Sowohl Männer als auch Frauen wurden bereits im Gründungsjahr des Bauhauses 1919 zum Studium zugelassen – im ersten Jahr waren es sogar fast so viele weibliche wie männliche Studenten. Trotz der scheinbaren Gleichberechtigung hatten Frauen mit Ressentiments innerhalb und außerhalb des Bauhauses zu kämpfen. Viele mussten in die Weberei, die schon bald als „Frauenklasse” bezeichnet wurde.
Im Film „Lotte am Bauhaus“ möchte sich Lotte Brendel nicht vom Meisterrat vorschreiben lassen, in welche Werkstatt sie zu gehen hat. Lotte hat als Filmfigur mehrere historische Bauhaus-Frauen zum Vorbild, so etwa auch die Bauhaus-Designerin Alma Siedhoff-Buscher, deren „Schiffbauspiel“ Lotte im Film entwirft.


