Manfred Lehmbruck

ie 1919 im sächsischen Pausa gegründete Buntweberei wurde von den jüdischen Gebrüdern Felix und Artur Löwenstein nach einem kurzen Zwischenspiel in Stuttgart 1932 nach Mössingen (Landkreis Tübingen) verlagert. Hier wurde unter dem Einfluss des Werkbundes und des Bauhauses die Produktion vom Holzmodeldruck auf Siebdruck umgestellt. Die Besitzer mussten wegen der nationalsozialistischen Rassegesetze Deutschland verlassen und den Betrieb weit unter Wert verkaufen. Der neue künstlerische Leiter Willy Häussler setzte auf zeitgenössische Künstler: Willi Baumeister, HAP Gieshaber, Anton Stankowski und Piero Dorazio prägten ab 1951 die neue Kollektion, die die Pausa weltberühmt machte.
Im Stuttgarter Architekten Manfred Lehmbruck, dem Sohn des Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, fand Häussler das passende Gegenüber: Lehmbruck schuf in Mössingen mit seinem Pausa-Firmengelände Inkunabeln der Nachkriegsindustriearchitektur. Nach dem Aus der Produktion 2004 wurde das Gelände unter Denkmalschutz gestellt und Eigentum der Stadt Mössingen. Das mit der Umnutzung der Lehmbruck‘schen Tonnenhalle, des Herzstücks der früheren Stoffproduktion, beauftragte Stuttgarter Büro „Baldauf Architekten“ schnitt in die zweistöckige Halle mutig eine lange farbige Rampe und schuf Platz für Bibliothek, Ausstellungsräume samt Büroflächen der Diakonie und des Regionalverbandes Neckaralb.
Weitere Informationen:
72116 Mössingen
Deutschland
- Gebäude: 1951 bis 1961
- Gehe zur Website: https://www.moessingen.de/pausa